Ausgebuchte Taxis, teure Mietwagen, blockierte Fahrgäste – die misslichen Folgen des bevorstehenden Arbeitskampfes bei der Bahn sind jetzt schon absehbar. Dagegen will ein neues „Bündnis für Bewegung“ vorgehen. Der ACE Auto Club Europa sowie die Internetanbieter Mitfahrzentrale.de und Pendlernetz.de haben zur massenhaften Bildung von Fahrgemeinschaften aufgerufen. „Wer trotz Bahnstreik mobil bleiben und sein Ziel erreichen will, der übt jetzt kreative Selbsthilfe, er nimmt mit und lässt sich mitnehmen“, heißt es in einem am Freitag in Stuttgart und Bonn verbreiteten gemeinsamen Aufruf der Initiatoren.

„Fahrgemeinschaften bauen auf bürgerschaftliches Engagement und auf die faire Teilung der Kosten. Alle Beteiligten profitieren davon. Fahrgemeinschaften bieten die preisgünstigste Variante der Mobilität.“, so die beiden Pressesprecher Rainer Hillgärtner (ACE) und Javor Milev (Mitfahrzentrale u. Pendlernetz).

Sowohl Berufspendlern als auch Fernreisenden werden im Internet zahlreiche Mobilitätsalternativen angeboten. Die Internet – Plattform www.mitfahrzentrale.de bietet mehr als 110.000 aktuelle Angebote und Gesuche an. Anhand der Profilkarten der Mitglieder, die sich mit Bild und Text auf dem Portal kurz vorstellen, kann jeder seinen Fahrer beziehungsweise Mitfahrer vorher online kennen lernen. Das Portal eignet sich eher für größere Distanzen von Metropole zu Metropole.

Für Kurzstrecken im Radius von 150 Kilometern empfehlen die Kooperationspartner die Vermittlung von Fahrgemeinschaften über das Portal www.pendlernetz.de. In der Datenbank des Pendlernetzes sind sowohl alle große Städte enthalten, als auch kleinere Dörfer und Ortschaften. Die Registrierung ist völlig kostenlos und unkompliziert.

Das Prinzip der Fahrgemeinschaften ist einfach: Jeder der durch den Bahnstreik betroffen ist, kann im Internet ein Gesuch einstellen. Fahrer, die freie Sitzplatzkontingente im Auto haben, melden sich per E-Mail oder telefonisch bei den Inserenten – so schnell ist eine Fahrgemeinschaft gegründet.

Der ACE hat aus Anlass des Arbeitskampfes bei der Bahn zudem einen roten Punkt zum Runterladen ins Internet gestellt www.ace-online.de/roterpunkt. Das Symbol zum Aufkleben hinter die Windschutzscheibe soll signalisieren: "Wir lassen niemanden stehen, wir helfen weiter“.

Als Selbsthilfeaktion funktioniert das ACE-Angebot zum Mitfahren erfolgreich, wenn Autofahrer etwa im Bereich von S-Bahnhöfen auf Tramper-Zeichen von Passanten achten, ebenso wie Passanten auf den roten Punkt hinter der Windschutzscheibe als Zeichen zum Zusteigen reagieren können.

Mitfahrzentrale.de stellt sich auch an die Seite der Betroffenen: Bahnkunden, die bereits Fahrkarten erworben haben, können sich mit Angabe ihrer DB- Ticketnummer und Fahrtstrecke bei Mitfahrzentrale.de anmelden und erhalten kostenfreien Zugang zu sämtlichen in der Datenbank verzeichneten Rufnummern.